Altersdurchmischtes Lernen (AdL) auf der Unterstufe

 

Seit dem Schuljahr 2009/10 wird auf der Unterstufe in altersdurchmischten Klassen unterrichtet. Aufgrund hoher Schülerzahlen werden die bisherigen acht AdL-Unterstufenklassen im kommenden Schuljahr durch eine zusätzliche 1. Klasse ergänzt.

 

Altersdurchmischtes Lernen (AdL) ist eine pädagogische Alternative zum Lernen in Jahrgangsklassen. In AdL-Klassen lernen Schülerinnen und Schüler unabhängig ihres Alters gemeinsam und differenziert nach ihrem Entwicklungs- und Lernstand.


ALTERSDURCHMISCHTES LERNEN (ADL)


Lehren und Lernen

  • Im altersdurchmischten Unterricht werden offene Lehr- und Lernformen und direkte Instruktion so kombiniert, dass jedes Kind nach seinem Entwicklungs- und Lernstand lernen kann.
  • Nachhaltiges Lernen braucht eine wiederkehrende vertiefende Auseinandersetzung. In der AdL-Klasse begegnen die Kinder einem Lerngegenstand immer wieder. Dabei festigen sie ihr Wissen und ihre Fähigkeiten.
  • Die Heterogenität trägt dazu bei, dass die Kinder austauschen, mitdenken, verhandeln, erklären und nachdenken. In einer AdL-Klasse lernen Kinder vieles beiläufig und voneinander. Dabei profitieren sowohl das lernende wie auch das lehrende Kind.

 

Unterrichts- und Schulkultur

  • Die AdL-Klasse ist eine Lerngemeinschaft, in der verschiedene Entwicklungs- und Lernstände akzeptiert sind. Die Unterschiede zwischen Kindern sind natürlich und selbstverständlich. Kinder verschiedenen Alters können voneinander lernen.
  • Kinder lernen nachhaltiger, wenn sie selber lehren. Oft haben sie einen leichteren Zugang zueinander als zu Erwachsenen. Die lehrenden Schülerinnen und Schüler stärken dabei ihr Selbstbewusstsein und profitieren auch für ihr eigenes Lernen.
  • Im altersdurchmischten Lernen handeln Kinder selbständig und übernehmen Verantwortung für ihr Lernen. Selbstgesteuertes Lernen ist die beste Voraussetzung für lebenslanges Lernen.

 

Sozialisation und Erziehung

  • In der AdL-Klasse hat ein Kind Kontakt mit Kindern unterschiedlichen Alters. Dies ist für seine kognitive und soziale Entwicklung wichtig. Die Kinder wachsen in eine natürliche Gemeinschaft des Zusammenlebens hinein.
  • Kinder und Lehrpersonen profitieren von der Kontinuität. Jedes Jahr wechselt nur eine kleine Gruppe von Schülerinnen und Schülern, die neuen Kinder wachsen in bereits bewährte Regeln, Rituale, Arbeitsformen und Gesprächskulturen hinein.
  • Die Kinder können ihre Rolle wechseln, als Kleine, als fürsorgliche Älteste, als Mittlere, die sich an den Kleinen oder den Grossen orientieren können. In jeder Position lernen die Schülerinnen und Schüler andere Verhaltensweisen und entwickeln soziales Verständnis.
  • Vergleiche und Konkurrenz haben eine geringere Bedeutung. Die Unterschiede zwischen Kindern sind natürlich und selbstverständlich, sie helfen einander, Hilfe holen und helfen ist normal.

AdL in zwei Minuten erklärtYoutube
Die Chance des altersdurchmischten LernensMigros Magazin

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